Am letzten Samstag fand zum ersten Mal ein afrikanischer Gesangsworkshop mit Njamy Sitson aus Kamerun im Raum statt. TOLL!

Das war für alle ein außergewöhnlich bewegendes und zugleich auch überraschendes Erlebnis. Ohne große Begrüßungsworte und ohne der üblichen Vorstellungsrunde führte Njamy uns unmittelbar in das gemeinsame Tönen. Wir lernten uns nicht über Sprache kennen, sondern über unseren Gesang. Und binnen kurzer Zeit entstand eine himmlische polyphone Musik, die uns ganz eintauchen lies in eine Welt ohne Kopf, in eine Welt voller offener Herzen und Vertrauen. Ob stimmlich ausgebildet oder unerfahren, es spielte keine Rolle, alle wurden integriert. Njamy lies uns teilhaben am uralten Wissen Zentralafrikas. Dem Wissen, dass wir aus ein und derselben Quelle entspringen, verbunden sind mit allem und stets der Schöpfung den ihr würdigen Respekt erweisen sollten.

Kamerun: In diesem völkerreichen Land treffen unterschiedlichste Kulturen, Lebensformen, Sprachen und Religionen – deren Grenzen teilweise auch ethnienübergreifend verlaufen – aufeinander. Bantuvölker (z.B. Ewondo, Bulu, Bassa) und Pygmäen (Baka) besiedeln vorwiegend den Süden, Semibantu (z.B. Bamilékévölker) vorwiegend den Westen des Landes und Sudanvölker, Peul/Fulbé, ja sogar Araber sind im Norden Kameruns vertreten. Die Städte Kameruns bieten einen ethnischen Querschnitt, da dort alle Bevölkerungsgruppen des Landes anzutreffen sind. Über die Anzahl der in Kamerun lebenden Völker gehen die Zahlen auseinander und es sind über 200 verschiedene Landessprachen verzeichnet. Klar, das auch die Musik Kameruns sehr bunt ist.

Was mich besonders gefreut hatte, war, dass wir die Gesänge der Pygmäen kennen lernten. Eine Musik die nie aufgezeichnet wird, sondern nur von Generation zu Generation weitergereicht wird. In ihren vielstimmigen Liedern danken die Pygmäen der Natur und beschwören die Götter und Geister des Waldes. Oft die ganze Nacht folgen die Regenwaldbewohner ihren ausgefeilten, polymetrischen Gesängen. Die verschachtelten, verwirrenden Rhythmen von betörender Schönheit formen eine rituelle Einheit mit dem Tanz. Der scheinbar improvisierte Gesang folgt dabei strengen Regeln: Ein Sänger beginnt, die Nachsänger sind angehalten, nicht dasselbe zu singen wie er. Nach und nach setzen alle Anwesenden ein, jeder singt etwas anderes. So entsteht die Polyphonie. Es ist eine Musik, die sich über Jahrhunderte aus dem kollektiven Erfahrungsschatz einer Ethnie entwickelt hat, die bis heute weitgehend isoliert von unserer Zivilisation lebt.

Singen bringt Menschen in Kontakt, mit sich selbst und anderen. Das Singen in Gemeinschaft vermittelt eine tiefe Befriedigung und innere Bereicherung.

Nach dem letzten tollen Erfolg im Mai ist er nun wieder im Programm. Der lustige und lebensfrohe Njamy zieht jeden in seinen Bann. Die Aussage eines Teilnehmers: “Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so glücklich war.” Also wenn das nicht mal ein guter Grund ist? Sei dabei! 

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