Wenn die Zeit wie im Flug vergeht
Es gibt einen Satz, den ich nach Workshops und Kursen immer wieder höre:
„Was? Sind die zwei Stunden schon vorbei?“
Oder:
„Die Zeit ist ja wie im Flug vergangen.“
Jedes Mal freue ich mich über diese Rückmeldung.
Denn eigentlich sagen diese Worte viel mehr aus, als dass die Uhr schneller gelaufen wäre.
Sie erzählen von einem Moment, in dem jemand ganz bei sich war.
Ganz im Moment
Im Alltag sind wir oft schon mit den Gedanken beim Nächsten.
Was muss ich noch erledigen?
Habe ich an alles gedacht?
Ein Blick aufs Handy.
Noch schnell diese Nachricht beantworten.
Noch schnell …
Beim gemeinsamen Musizieren passiert häufig etwas anderes.
Plötzlich zählt nur noch der nächste Schlag.
Der nächste Ton.
Das Zuhören.
Das Zusammenspiel.
Die Gedanken werden leiser und die Zeit verliert für einen Moment ihre Bedeutung.
Musik braucht Aufmerksamkeit
Rhythmus lässt sich nicht nebenbei erleben.
Wenn wir spielen, hören wir aufeinander.
Wir reagieren.
Wir spüren den gemeinsamen Puls.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum Musik so gut tut.
Nicht, weil sie Probleme verschwinden lässt.
Sondern weil sie uns für eine Weile ganz ins Hier und Jetzt holt.
Es muss nicht perfekt sein
Das Schönste daran:
Dafür muss niemand perfekt spielen.
Es geht nicht darum, möglichst viele Rhythmen zu beherrschen oder keine Fehler zu machen.
Es reicht, sich auf den Moment einzulassen.
Oft entsteht gerade dann dieser Flow, in dem alles andere in den Hintergrund rückt.
Mein schönstes Kompliment
Wenn am Ende eines Workshops jemand sagt:
„Die Zeit ist ja wie im Flug vergangen.“
Dann weiß ich, dass mehr passiert ist als nur Rhythmusunterricht.
Es ist ein Raum entstanden, in dem Menschen gemeinsam etwas erlebt haben.
Und vielleicht ist genau das heute etwas ganz Besonderes.
Nicht ständig an morgen zu denken.
Nicht auf das Handy zu schauen.
Sondern einfach für einen Moment ganz da zu sein.
Ich wünsche uns allen mehr solcher Momente.
Bis zum nächsten Mal. 🙋♀️